zum Inhalt springen zur Hauptnavigation springen

PUR-Mehl

PUR-Mehl Herkunft und Recyclingprozesse

oekopursaecke2

Das PUR-Mehl wird als Chemikalien- und Ölbinder eingesetzt

Die rund 1.900 t der Fraktion PUR-Mehl werden bei der Rückproduktion von Kühlgeräten aus dem Isolierschaum der Kühlgeräte zurück gewonnen.
In den meisten Kühlgeräten, die derzeit entsorgt werden müssen, sind FCKW –haltige Kühl- und Treibmittel (Kühlmittel im Kältekreislauf, Treibmittel im Isolierschaum) enthalten.
Die in den 80er Jahren nachgewiesene Gefahr der vor allem mit Chlor und Brom halogenierten Kohlenwasserstoffe (FCKW und Halone) ist jedoch, dass sie erheblich zum Abbau der Ozonschicht (absorbiert die schädliche UV Strahlung aus dem Sonnenlicht) in der Stratosphäre beitragen und den Treibhauseffekt verstärken. Ihr Einsatz in Neugeräten ist daher auf Grundlage der FCKW-Halon-Verbotsverordnung in Österreich seit 1995 verboten.
In der zweiten Stufe der Kühlgeräte – Behandlung wird daher das FCKW oder KW aus dem Isolierschaum zurück gewonnen. Im Isolierschaum (Polyurethanschaum,
PUR-Schaum) ist FCKW oder KW in den Poren des Schaums gebunden.
Unter Luftabschluss wird der PUR Schaum vom Gehäuse getrennt und anschließend zu einem Pulver zermahlen (Porenentgasung), wobei das in der Porenstruktur des Schaums gebunden FCKW und KW freigesetzt wird. Anschließend erfolgt die Matrixentgasung. Bei der Matrixentgasung wird das in der Schaummatrix gebundene FCKW oder KW durch langsames Erwärmen und Durchmischen des Pulvers freigesetzt.

Das bei der Poren- und Matrixentgasung freigesetzte FCKW und KW wird mit der Prozessluft abgesaugt, abgetrennt und in einem Hochtemperaturofen gecrackt, d. h. in Flusssäure und Salzsäure zerlegt und somit unschädlich gemacht.
Die Abtrennung erfolgt in der Anlage der UFH GmbH mittels eines Kryokondensationsverfahrens (siehe UFH RE-cycling GmbH). Bei einem Kryokondensationsverfahren wird ein zu reinigendes Gas in einem Wärmetauscher in indirekten Kontakt mit einem tiefkalten Kühlmittel (z.B. flüssiger Stickstoff) gebracht.

oekopursaecke1

Gebinde der Marke Öko-Pur

Dabei werden die Verunreinigungen aus dem Gas ausgefroren bzw. auskondensiert und das Gas auf diese Weise gereinigt. In der Anlage der Energie AG Oberösterreich erfolgt die Abtrennung über einen Aktivkohlefilter (siehe www.seg-online.de). Übrig bleibt ein FCKW und KW freies PUR Pulver, das z. B als Chemikalien- und Ölbinder eingesetzt werden kann (siehe ÖKO-PUR).

Die 2. Stufe der Kühl- und Gefriergerätebehandlung erfolgt derzeit großteils bei den Recyclinganlagen der UFH RE-cycling GmbH in Kematen und der Energie AG Oberösterreich in Timelkam mit einer Anlage nach dem System SEG.