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Kühl- und Gefriergeräte

Allgemeines

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Kühgerätebehandlung

In der Sammel- und Behandlungskategorie Kühl- und Gefriergeräte sind folgende Geräte zusammengefasst:
Kühlschränke, Gefrierschränke, Gefriertruhen, Kühl- und Gefrierkombinationen, Klimageräte (Klimaanlagen) und Wärmepumpen.

Wiedergewinnung von Rohstoffen

Kühl- und Gefriergeräte bestehen vor allem aus Eisen- und Nichteisenmetallen (Fe- und NE- Metallen) Kunststoffen (KST) und PUR Schaum. In der folgenden Tabelle werden Richtwerte für die Anteile der Outputfraktionen aus der Behandlung von Kühl- und Gefriergeräten dargestellt:

Kühlgeräte Masse [t] Anteil [%]
Kompressoren 2.865 21,8
Abdeckgitter 497 3,8
Kältemittel aus Stufe I 30 0,2
Eisen-Metalle 5.059 38,6
Nicht-Eisen-Metalle 491 3,7
Kunststoffe 1.869 14,2
Öl aus Kältekreislauf 59 0,5
PUR Mehl 1.757 13,4
Kondenswasser 390 3,0
Treibmittel aus Stufe II 106 0,8
Gesamt 13.123 100,00

Schadstoffentfrachtung

Bei der Schadstoffentfrachtung von Kühl- und Gefriergeräten werden Quecksilberschalter und Kondensatoren ausgebaut. Im Vordergrund steht die getrennte Erfassung der FCKW und KW aus dem Kühl- und Treibmittel, die nachfolgend einer thermischen Zerstörung zugeführt werden. Diese erfolgt in zwei Stufen:

1. Stufe – Absaugung des Kältekreislaufs

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Absaugung des Kältekreislaufs

In der ersten Stufe der Behandlung werden Kondensatoren, Quecksilberschalter und Glasplatten entfernt. Danach erfolgt das Absaugen des FCKW/KW – Ölgemischs aus dem Kühlkreislauf und der Ausbau des Kompressors. Der Kompressor besteht überwiegend aus Eisenmetall und wird als Sekundärrohstoff wieder verwendet.
In einem weiteren Schritt werden FCKW und KW durch ein Kryokondensationsverfahren (siehe UFH RE-cycling GmbH) bzw. durch ein spezielles Wärme- und Druckverfahren vom Kältemaschinenöl getrennt (siehe www.seg-online.de – Technologie und Anlagenbau).
Das FCKW und KW befreite Kältemaschinenöl kann wieder verwendet werden. FCKW wird in einem Hochtemperaturofen gecrackt, d. h. in Flusssäure und Salzsäure zerlegt und somit unschädlich gemacht. KW wird thermisch behandelt.
Die erste Stufe des Kühlgeräte Recyclings erfolgt bei einigen Anlagen in Österreich, z.B. Fa. UFH RE-cycling GmbH in Kematen, Fa. Saubermacher in Unterpremstetten und Fa. Energie AG Oberösterreich in Timelkam.

2. Stufe – Endbehandlung:

Outputfraktionen bei der Verwertung von Kühl- und Gefriergeräten

In der zweiten Stufe der Kühlgeräte – Behandlung wird das FCKW oder KW aus dem Isolierschaum zurück gewonnen – siehe Punkt 5 „Wiedergewinnung PUR-Pulver“.
Die Kühlgeräte durch ein Doppelschleusen- Inputsystem (Keri-Schleuse) in eine Vor- und Nachzerkleinerung (Querstromzerspaner, Shredder). Das Doppelschleusensystem ist notwendig, da die 2. Stufe der Behandlung unter Luftabschluss erfolgt, damit das bei der Zerkleinerung frei werdende FCKW/KW nicht entweichen kann.
Der FCKW/KW haltige PUR Schaum wird abgetrennt und wie unter Punkt 5 beschrieben weiter behandelt. Übrig bleibt ein Gemisch aus Eisen-Metall (Fe), Nicht-Eisen-Metall (NE) und Kunststoff (KST).
Die FCKW/KW beladene Prozessluft wird abgesaugt und mittels eines Kryokondensationsverfahrens gereinigt (siehe UFH RE-cycling GmbH), bzw. über einen Aktivkohlefilter geführt, in dem FCKW/KW abgetrennt wird (siehe SEG Umwelt-Service GmbH – Anlagenbau).

Die Eisen-Metalle werden über einen Magnetabscheider, die Nicht-Eisen-Metalle über einen NE Abscheider (siehe Punkt 2.4 Elektrogroßgeräte) abgetrennt und als Sekundärrohstoffe wieder verwendet. Als Kunststoff für die Gehäuse von Kühlgeräten wird vor allem Polystyrol (PS) verwendet. Die Kunststoffe aus dem Kühlgeräte- Recycling können daher wieder zu PS – Mahlgut verarbeitet und fast vollständig wieder zu Kunststoffprodukten weiterverarbeitet werden (siehe SEG Umwelt-Service GmbH – Sekundärrohstoffe).