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Glasfraktion

Herkunft der recycelten Glasfraktion

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Gesammelte Bildschirmgeräte aus welchen 93,3% der recycelten Glasfraktion stammen

Insgesamt werden in Österreich pro Jahr rund 12.000t Glas aus Elektroaltgeräten zurückgewonnen. Dies entspricht z.B. einer Masse von rund 23 Millionen Weinflaschen (0,75 l) aus Glas.

Die folgende Grafik gibt einen Überblick, aus welchen der fünf Sammel- und Behandlungskategorien für die Sammlung von Elektroaltgeräten die recycelte Glasfraktion stammt.

Glas Masse [t] Anteil [%] 
Bildschirmgeräte 11.132 93,3
Gasentladungslampen 805 6,7
Gesamt 11.937 100,00

 

Recyclingprozesse Glasfraktion

Die Glasfraktion wird vor allem aus der Sammel- und Behandlungskategorie Bildschirmgeräte und zu einem kleinen Teil aus der Sammel- und Behandlungskategorie Gasentladungslampen zurückgewonnen.

In der Sammel- und Behandlungskategorie Bildschirmgeräte unterscheidet man grundsätzlich zwei Gruppen von Geräten:

  • Röhrengeräte – Geräte mit Bildröhre,
  • Flachbildschirme – Bildschirme mit geringer Tiefe, die nicht auf dem Prinzip der Kathodenstrahlröhre beruhen, z. B Flüssigkristallbildschirme (LCD – Liquid Cristal Display) und Plasmabildschirme.

Derzeit fallen noch überwiegend Röhrengeräte als Elektro- und Elektronikaltgeräte an, jedoch ist damit zu rechnen, dass der Anteil von Flachbildschirmen in den nächsten Jahren stark steigen wird.
Bei Bildröhrengeräten muss die Bildschirmbeschichtung (enthält giftige Cadmium- und Yttriumverbindungen) abgetrennt werden.
Dazu wird zuerst der Metallspannring von der Bildröhre entfernt, die Bildröhre mittels Heizdraht in die beiden Hälften Schirmglas (Bariumglas) und Konusglas (Bleiglas) aufgetrennt und die Schattenmaske aus Metall entnommen. Anschließend wird die Bildschirmbeschichtung abgesaugt und in Sammelbehältnissen aufgefangen. Die Bildschirmbeschichtung wird in einer Untertage- Deponie abgelagert.
Das Barium- und Bleiglas der Bildröhren wird derzeit hauptsächlich zur Produktion neuer Bildschirmgeräte in Asien verwendet sowie zu einem kleineren Teil auch zu Recyclingbaustoffen weiterverarbeitet.

Im Zuge der Behandlung von Gasentladungslampen werden zuerst die Endkappen aus Aluminium abgetrennt.

Sammelkategorien aus denen die rund 12.000t Glas stammen

Anschließend erfolgt eine Siebung und Entstaubung, bei der der stark Quecksilber haltige Leuchtstaub abgesaugt wird. In weiterer Folge werden die Al- Endkappen und das Glas in einen Ofen eingebracht, um eindiffundiertes Quecksilber aus dem Glas bei ca. 500°C und den Metallteilen bei ca. 250° C bis 300° C auszudampfen.

Der gesamte Prozess erfolgt im Unterdruck, um das Entweichen von Quecksilberdämpfen und Quecksilberstaub zu verhindern. Die Prozessluft wird über Aktivkohlefilter gereinigt. Die neue Anlage der Saubermacher AG in Wien kann auch nicht stabförmige Lampen verwerten (Ring-Form, U-Form, Kompaktleuchtstofflampen) und wurde 2012 mit dem Österreichischen Staatspreis für Umwelt- und Energietechnologien, Kategorie „Umwelt und Klima“ ausgezeichnet (siehe Lampenrecycling).