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Bildschirmgeräte

Allgemeines

Behandlung eines Röhrengerätes (© EAK, 2018)

In der Sammel- und Behandlungskategorie Bildschirmgeräte unterscheidet man grundsätzlich zwei Gruppen von Geräten:

Röhrengeräte – Geräte mit Bildröhre

  • Fernseher,
  • Computermonitore,
  • Überwachungs- und
  • Kontrollmonitore

Flachbildschirme – Bildschirme mit geringer Tiefe, die nicht auf dem Prinzip der Kathodenstrahlröhre beruhen

  • Fernseher,
  • Computerbildschirme,
  • Laptops,
  • Lern- und Spielcomputer,
  • Überwachungs- und
  • Kontrollmonitore

z. B. Flüssigkristallbildschirme (LCD – Liquid Cristal Display), LED-Bildschirme (Light Emitting Diode) und Plasmabildschirme.

Derzeit fallen Röhrengeräte massenbezogen noch zu rund 85 Prozent als Elektro- und Elektronikaltgeräte der Sammelkategorie Bildschirmgeräte an. Nach Anzahl der Geräte fallen die leichteren Flachbildschirme bereits zu rund 30 Prozent an. Der Anteil von Flachbildschirmen wird in den nächsten Jahren stark steigen, da Röhrengeräte nicht mehr erzeugt werden.

Wiedergewinnung von Rohstoffen

In der folgenden Tabelle und Grafik werden Richtwerte für die zurückgewonnenen Massen an Rohstoffen pro Jahr und die Anteile der Outputfraktionen aus der Behandlung von Bildröhrengeräten dargestellt.

 

 

Fraktionen Masse [t] Anteil [%]
Metalle 1.309 11,20
Schirmglas (Bariumglas) 3.741 32,00
Konusglas (Bleiglas) 3.273 28,00
Kunststoffe stofflich 1.683 14,40
Leiterplatten 935 8,00
Elektrolytkondensatoren 140 1,20
Leuchtschicht 4 0,03
Restfraktion 604 5,17
Gesamt 11.691 100,00

Outputfraktionen Bildröhrengeräte (Datenbasis 2017)

 

Zusammensetzung der Röhrengeräte in Massenprozent (2017)

 

Wiedergewinnung von Rohstoffen – Flachbildschirme

Derzeit fallen Flachbildschirme zu rund 15 Massenprozent als Elektro- und Elektronikaltgeräte der Sammelkategorie Bildschirmgeräte an. In der folgenden Tabelle und Grafik werden Richtwerte für die zurückgewonnenen Massen an Rohstoffen pro Jahr und die Anteile der Outputfraktionen aus der Behandlung von Flachbildschirmen dargestellt.

 
Fraktionen Masse [t] Anteil [%]
Eisen-Metalle 722 35,00
Nichteisen-Metalle 144 7,00
Kunststoffe stofflich 784 38,00
Restfraktion 413 20,00
Gesamt 2.063 100,00

Outputfraktionen Flachbildschirmgeräte (Datenbasis 2017)

 

Zusammensetzung der Flachbildschirme in Massenprozent (2017)

 

Schadstoffentfrachtung und Demontage

Die fachgerechte Demontage von Röhrengeräten erfolgt nach folgenden Schritten (z.B. in Österreich bei der Firma Saubermacher in Wien und Premstätten, siehe www.saubermacher.at):

  1. Demontage der Rückwand und des Gehäuses
  2. Entfernung der bestückten Leiterplatten
  3. Belüften der Bildröhre (durch das Vakuum in der Bildröhre besteht Implosionsgefahr)
  4. Entnahme der Elektronenstrahleinheit aus hochwertigem nickellegiertem Stahl
  5. Abtrennen des gesundheitsschädlichen, bariumhaltigen Getterplättchens
  6. Auftrennen der Bildröhre in Schirmglas und Konusglas

Bei Röhrengeräten muss die Bildschirmbeschichtung (enthält giftige Cadmium- und Yttriumverbindungen) abgetrennt werden.

Dazu wird zuerst der Metallspannring von der Bildröhre entfernt, die Bildröhre mittels Heizdraht in die beiden Hälften Schirmglas (Bariumglas) und Konusglas (Bleiglas) aufgetrennt und die Schattenmaske aus Metall entnommen. Anschließend wird die Bildschirmbeschichtung abgesaugt und in Sammelbehältnissen aufgefangen. Die Bildschirmbeschichtung wird in einer Untertagedeponie abgelagert.

Das Barium- und Bleiglas der Bildröhren kann beim Recycling von Industrieglas, in der Bleiindustrie oder als Recyclingbaustoff verwendet werden.

Schadstoffentfrachtung und Behandlung – Flachbildschirme

Flachbildschirme können händisch demontiert oder in speziellen Behandlungsanlagen (z.B. Firma Müller-Guttenbrunn in Amstetten, siehe www.mgg-recycling.com) mechanisch behandelt werden.

Dabei werden die Flachbildschirme im Zuge eines schonenden Prozesses in einem speziellen Zerkleinerungsaggregat (Smasher) aufgeschlossen. Aus den aufgeschlossenen Teilen werden händisch und durch mechanische Trennprozesse (Siebung, Absaugung) gefährliche Bauteile und Substanzen wie Quecksilber, bestückte Leiterplatten, Speicherakkumulatoren und Batterien abgetrennt.

Im Zuge der manuellen und automatischen Sortierung werden in weiteren Trennschritten die Outputfraktionen an Kunststoffen, Eisen– und Nichteisen-Metallen (über Eisen- und Nichteisen-Metall-Abscheider) gewonnen.