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Bildschirmgeräte

Allgemeines

Absaugung der Leuchtschicht vom Schirmglas

In der Sammel- und Behandlungskategorie Bildschirmgeräte unterscheidet man grundsätzlich zwei Gruppen von Geräten:

  • Röhrengeräte – Geräte mit Bildröhre
    Fernseher, Computermonitore, Überwachungs- und Kontrollmonitore
  • Flachbildschirme – Bildschirme mit geringer Tiefe, die nicht auf dem Prinzip der Kathodenstrahlröhre beruhen, z. B Flüssigkristallbildschirme (LCD – Liquid Cristal Display) und Plasmabildschirme
    Ferneseher, Computerbildschirme, Laptops, Lern- und Spielcomputer, Überwachungs- und Kontrollmonitore

Derzeit fallen noch überwiegend Röhrengeräte als Elektro- und Elektronikaltgeräte an, jedoch ist damit zu rechnen, dass der Anteil von Flachbildschirmen in den nächsten Jahren stark steigen wird.

Wiedergewinnung von Rohstoffen

Derzeit fallen noch überwiegend Bildröhrengeräte als Elektro- und Elektronikaltgeräte an. In der folgenden Tabelle werden Richtwerte für die Anteile der Outputfraktionen aus der Behandlung von Bildschirmgeräten dargestellt:

Bildschirmgeräte Masse [t] Anteil [%]
Fe-Metalle,
Ne-Metalle
2.078 11,20
Schirmglas 5.937 32,00
Konusglas 5.195 28,00
Kunststoffe 2.672 14,40
Leiterplatten 1.484 8,00
Elektrolytkondensator 223 1,20
Leuchtschicht 6 0,03
Rest 959 5,17
Gesamt 18.553 100,00

Schadstoffentfrachtung und Demontage

Die fachgerechte Demontage von Bildröhrengeräten erfolgt nach folgenden Schritten:

  • Demontage der Rückwand und des Gehäuses.
  • Entfernung der bestückten Leiterplatten.
  • Belüften der Bildröhre (durch das Vakuum in der Bildröhre besteht Implosionsgefahr).
  • Entnahme der Elektronenstrahleinheit aus hochwertigem nickellegiertem Stahl.
  • Abtrennen des gesundheitsschädlichen, bariumhaltigen Getterplättchens.
  • Auftrennen der Bildröhre in Schirmglas und Konusglas.

Outputfraktionen bei der Verwertung von Bildschirmgeräten

Bei Bildröhrengeräten muss die Bildschirmbeschichtung (enthält giftige Cadmium- und Yttriumverbindungen) abgetrennt werden.
Dazu wird zuerst der Metallspannring von der Bildröhre entfernt, die Bildröhre mittels Heizdraht in die beiden Hälften Schirmglas (Bariumglas) und Konusglas (Bleiglas) aufgetrennt und die Schattenmaske aus Metall entnommen. Anschließend wird die Bildschirmbeschichtung abgesaugt und in Sammelbehältnissen aufgefangen. Die Bildschirmbeschichtung wird in einer Untertage- Deponie abgelagert.
Das Barium- und Bleiglas der Bildröhren wird derzeit hauptsächlich zur Produktion neuer Bildschirmgeräte in Asien verwendet sowie zu einem kleineren Teil auch zu Recyclingbaustoffen weiterverarbeitet.
Bei der Demontage von Flachbildschirmen werden die LCD Anzeigen bzw. sonstigen Anzeigen aus den Gehäuseteilen gelöst und getrennt erfasst. Anschließend werden bestückte Leiterplatten, Speicherakkumulatoren und Batterien entfernt.
Flüssigkristalle aus LCD Bildschirmen können z. B. in metallurgischen Prozessen eingesetzt werden und dabei Quarzsande ersetzen.
Als weitere Wertstoffe verbleiben Rahmenteile aus Fe- Metallen und Kühlteile aus Aluminium. Flachbildschirmgeräte enthalten einen hohen Anteil an Kunststoffen als Gehäuseteile. Diese können meist schon bei der Demontage abgetrennt werden.